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Dorf-Büros: Coworking Spaces in Rheinland-Pfalz

Neun Dinge, die Sie über Coworking und Coworking Spaces wissen müssen

(Foto: Pixabay)

Neues Arbeiten erfordert neue Räume. Coworking Spaces sind nicht einfach nur neue, gemütlichere Großraumbüros mit WLAN. Dahinter stecken einige Ideen und eine gewisse Grundhaltung. Die wichtigsten neun Erkenntnisse.

Was ist Coworking?

Coworking bedeutet, dass Menschen unterschiedlicher Berufe an einem Ort zusammenarbeiten. Dabei müssen sie in keiner beruflichen Verbindung stehen. Sie kommen vielmehr aus vielen unterschiedlichen Fachrichtungen und bearbeiten jeweils ihre eigenen Projekte. Durch das Arbeiten im Coworking Space nutzen sie die Chance, sich auszutauschen, sich gegenseitig zu unterstützen und bei Gelegenheit gemeinsame Projekte zu starten. Gemeinsam bilden die Nutzerinnen und Nutzer der Coworking Spaces die „Coworking Community“. Dass ein Gemeinschaftsgefühl in dieser Community entsteht, wird durch einen gemeinsam genutzten Bereich, wie einen großen Loungebereich mit Küche, unterstützt. Zudem bieten Coworking-Betreiber oft Schulungen oder besondere Events für die Community an. Der sogenannte „Community Manager“ ist die Ansprechperson vor Ort und wird durch den Coworking-Betreiber angestellt, um den persönlichen Kontakt zu und zwischen den Coworkern zu fördern.

Was ist ein Coworking Space?

Ein Coworking Space ist der Ort, an dem die Coworker gemeinsam arbeiten. Oft handelt es sich um große offene Räume, um den Austausch zwischen den Nutzerinnen und Nutzern zu fördern. Coworking Spaces sind meist zentral gelegen und haben eine gute öffentliche Verkehrsanbindung. Kennzeichnend für einen Coworking Space und die Coworking Community sind folgende fünf Werte: Offenheit, Kollaboration, Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Zugänglichkeit.

Foto: Unsplash

Woher kommt die Idee des Coworking Space?

Die Idee des Coworking Space kommt aus dem Silicon Valley, wo viele junge aufstrebende Unternehmen zusammenarbeiten. Daher auch der englische Begriff „Coworking Space“. In Deutschland gibt es vor allem in den großen Städten, wie Berlin, Hamburg oder München eine große Auswahl an Coworking Spaces unterschiedlicher Anbieter. Inzwischen finden die flexiblen Arbeitsorte auch in kleineren Städten Anklang.

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Was bietet ein Coworking Space an?

Die Angebote eines Coworking Space sind flexibel und können nach Auslastung und dem Bedarf der Nutzerinnen und Nutzer wachsen. Grundlegend für einen Coworking Space ist das Angebot von einem Schreibtisch mit Stuhl, WLAN sowie einem Ort für Gemeinschaft. Zudem wird eine technische Infrastruktur, zum Beispiel Drucker und Scanner, zur Verfügung gestellt, und es gibt mindestens einen Besprechungsraum, der nach Bedarf gebucht werden kann.

Diese Grundausstattung kann beliebig erweitert werden, wodurch der Coworking Space immer attraktiver wird. Aus der Teeküche wird dann ein „Community-Bereich“ mit viel Platz, um mittags gemeinsam zu kochen, mit entspannten Sitzmöglichkeiten und zum Beispiel einer großen Terrasse. Auch die Varianz der angebotenen Arbeitsqualitäten kann erhöht werden: Der simple „Schreibtisch mit Stuhl“ wird ergänzt durch Sofas, Sessel, kleine Meetingboxen, große Arbeitstische, Stehtische, Hängematten und viele Möbel mehr, die das Arbeiten am Laptop ermöglichen.

Mit dem Wachstum des Coworking Space wird oft auch die Infrastruktur ausgebaut: So bieten große Coworking-Anbieter zum Beispiel auch den Service eines offiziellen Empfangs, über den unter anderem die Post entgegengenommen wird. Um sich gegenüber anderen Coworking Spaces abzuheben, erweitern manche Anbieter ihr Angebot außerdem um eine Kinderbetreuung, besondere Werkstätten oder einen Fitnessbereich.

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Wer arbeitet im Coworking Space?

Im Coworking Space arbeiten Menschen, die für ihre Arbeit nichts weiter brauchen als einen Computer und einen Internetzugang. Sie können von überall auf der Welt arbeiten und sind somit Teil einer neuen Arbeitswelt, die völlig ortsunabhängig funktioniert.

Warum arbeitet man im Coworking Space?

Für einen Arbeitsplatz im Coworking Space gibt es unterschiedliche Gründe. Viele Selbstständige und Start-ups können und wollen sich zu Beginn ihrer Karriere keinen auf Dauer angelegten teuren Mietvertrag leisten. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die lange Pendelstrecken zurücklegen oder viel im Home-Office arbeiten, bietet der Coworking Space eine nahegelegene Alternative. Die wichtigste Eigenschaft des Coworking Space ist die Chance zum Austausch und zur Vernetzung. Deswegen greifen inzwischen nicht nur Gründerinnen und Gründer, Kreative und Freischaffende auf diese Orte zurück; auch große Unternehmen mieten gezielt Arbeitsplätze für ihre Angestellten, um von der innovativen Atmosphäre zu profitieren.

(Foto: Pixabay)

Welche Mietmodelle gibt es im Coworking Space?

Um einen Arbeitsplatz im Coworking Space zu mieten, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. So können ein einzelner Arbeitsplatz, aber auch mehrere Schreibtische gleichzeitig gemietet werden. Viele Coworking-Betreiber vermieten inzwischen auch private Büroräume, um den erhöhten Datenschutzanforderungen größerer Unternehmen nachzukommen. Die Besprechungsräume können von den Coworkern nach Bedarf gebucht werden und werden darüber hinaus auch an Externe für Meetings oder Events vermietet.

Wer nicht jeden Tag im Coworking Space arbeitet, weil sie oder er zum Beispiel im Außendienst tätig ist, kann einen sogenannten „Flex Desk“ mieten. Das bedeutet, dass der Arbeitsplatz nicht fest vergeben ist und von allen genutzt werden kann. Der Mietpreis ist für den Coworker dabei geringer. Für den Coworking-Betreiber hat die Vergabe von Flex-Desks den Vorteil, dass mehr Arbeitsplätze als vorhanden vermietet werden können, da nie alle Coworker gleichzeitig dort arbeiten.

Wer täglich im Coworking Space arbeitet, kann sich einen „Fix Desk“ anmieten und hat somit die Versicherung, immer den gleichen Arbeitsplatz zur Verfügung zu haben. Coworking-Betreiber bieten unterschiedliche Vertragslaufzeiten für einen Arbeitsplatz an. So kann ein Platz nur einen Tag, eine Woche, einen Monat oder ein ganzes Jahr gemietet werden. Durch die tageweise Vermietung der Plätze werden auch Menschen angesprochen, die zum Beispiel abends beruflich in der entsprechenden Stadt zu tun haben und bereits am Vorabend anreisen – oder Selbstständige, die auch im Urlaub einen geeigneten Platz zum Arbeiten suchen.

Wie arbeitet man im Coworking Space?

Coworking Spaces bieten viele unterschiedliche Arbeitsqualitäten, die nach Bedarf genutzt werden können. Neben den großen offenen Arbeitsbereichen stehen Einrichtungen für bestimmte Aufgaben zur Verfügung. Um in Ruhe zu telefonieren, gibt es zum Beispiel kleine abgetrennte Kabinen. Für private Besprechungen in kleinen Gruppen stehen Sitzgruppen im Community-Bereich oder als akustisch abgeschirmte Zonen zur Verfügung. Die Idee des Coworking Space lebt vom Wechsel der Arbeitsplätze und der offenen Atmosphäre. Wer hier arbeitet, sitzt nicht den ganzen Tag am gleichen Schreibtisch, sondern telefoniert mal in der Hängematte, schreibt Mails im Liegestuhl oder hält Meetings an der Kaffeebar. Und ganz wichtig: Sie oder er ist immer im Gespräch mit anderen Coworkern!

(Foto: Unsplash)
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Was können Coworking Spaces im ländlichen Raum beitragen?

Für die ländliche Entwicklung ist das Thema vor allem in Bezug zu Innenentwicklung und Baukultur interessant: Coworking Spaces stellen innovative Revitalisierungsmöglichkeiten leerstehender Gebäude dar. Die neue Arbeitsform bietet eine Alternative zwischen Pendlertum und Home-Office. Sie fördert darüber hinaus die Entstehung einer Kreativwirtschaftszene in der Gemeinde.

Als Arbeitsplatz vor Ort können die Coworking Spaces den Alltag in der Gemeinde beleben: Wer vorher in den eigenen vier Wänden oder in einer anderen Stadt gearbeitet hat, trifft sich nun mittags am Marktplatz, kauft ein Brötchen beim Bäcker und schlendert auf dem Weg zur Arbeit durch die Straßen.

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