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Reihe: Wer arbeitet im Dorf-Büro?

Arbeitet am „Schreibtisch in Prüm“: Ulrike Kübler.

Dorf-Büros helfen den Menschen dabei, flexibler zu arbeiten. In unserer Reihe stellen wir einzelne Nutzer solcher „Coworking Spaces“ vor. Heute: Ulrike Kübler, Nutzerin des „Schreibtischs in Prüm“.

Ein Dorf-Büro wird für die Menschen in der Kommune eingerichtet. Es ist ein Ort, an dem sie sich treffen und zusammenarbeiten, aber auch ganz in Ruhe ihrer eigenen Arbeit nachgehen können.

Wer kann das alles sein?

Wer sitzt im Büro am Schreibtisch, wer arbeitet im Besprechungsraum zusammen, wer trinkt einen Kaffee im Cafébereich? Und warum nutzen diese Menschen die Dorf-Büros? 

Die Antworten auf diese Fragen können ganz unterschiedlich sein. 

In dieser Reihe stellen wir Ihnen diese Menschen vor. Wir zeigen Beispiele für mögliche Nutzerinnen und Nutzer, die von einem Dorf-Büro profitieren können. Manche davon arbeiten im Modellprojekt „Schreibtisch in Prüm“, einige in anderen ländlichen Coworking Spaces. Andere kennen wir heute noch gar nicht, vermuten aber, dass es sie da draußen gibt und dass sie von Coworking im ländlichen Raum profitieren würden.

Teil 1: Ulrike Kübler – Pflegende Angehörige, Pendlerin, Heimkehrerin

Arbeitet am „Schreibtisch in Prüm“: Ulrike Kübler.
Arbeitet am „Schreibtisch in Prüm“: Ulrike Kübler.

Ulrike Kübler war die erste Nutzerin des Modellprojekts zum Coworking im ländlichen Raum „Schreibtisch in Prüm“. Sie arbeitet bei einem Unternehmen in Bonn, das Inhalte für Webseiten der Volks- und Raiffeisenbanken entwickelt. Eigentlich lebt sie in einem kleinen Ort ungefähr 40 Kilometer von Bonn entfernt. Um für ihre erkrankte Mutter da zu sein,  kehrte sie in ihre Heimatstadt Prüm zurück. Dort arbeitet sie nun drei Tage die Woche im Schreibtisch in Prüm und fährt an zwei Tagen in den Firmensitz nach Bonn.

So spart sie Fahrzeiten und profitiert von einer klaren Trennung zwischen Arbeitsplatz und Zuhause. „Es wäre nicht die große Herausforderung, für mich ein Büro in meinem Elternhaus einzurichten. Aber der Gedanke, selbst um 16 Uhr noch im Schlafanzug am Schreibtisch zu sitzen, stört mich“, erklärt sie als Beweggrund, einen Arbeitsplatz im Schreibtisch in Prüm zu mieten. Da die Fahrzeiten im Vergleich zum Pendeln in Bonn wegfallen, kann sie nun ihren Feierabend ausgeprägter gestalten: „Ich kann mir zum Beispiel Gedanken machen, ob ich nach Feierabend noch zum Sport gehe. Sowas ist mit unendlichen Fahrzeiten kritisch. Da ist man zu Hause relativ platt.“

Durch ihren flexiblen Wechsel zwischen den Arbeitsplätzen in Prüm und Bonn profitiert sie außerdem von den sozialen Kontakten im Coworking Space und im Unternehmen. Im Schreibtisch in Prüm trifft sie auf Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen und erhält so neue Perspektiven auf ihre Tätigkeit.

Im Unternehmen in Bonn geht es „auf jeden Fall auch um den Flurfunk“, wie sie sagt. „Die sozialen Kontakte innerhalb eines Arbeitsplatzes dürfen nicht unterschätzt werden, das gehört schon dazu.“

Die Nutzerin Ulrike Kübler ist ein gutes Beispiel für Menschen, die aufgrund von veränderten Rahmenbedingungen einen zeitlich flexiblen Arbeitsplatz benötigen. Die Nutzung des Schreibtischs in Prüm kann sie flexibel an ihre aktuelle Lebenssituation anpassen. Bei Kübler wurde aus der Notwendigkeit, nach Prüm zu kommen, der Wunsch, in ihrer Heimatstadt zu bleiben: „Für mich wäre es schön, wenn ich das verbinden könnte. Hier wohnen und in Bonn meinen Arbeitsplatz behalten.“

  • Das gesamte Interview mit Ulrike Kübler finden Sie auf der Webseite des Schreibtischs in Prüm: schreibtischinpruem.de